Big Data Episteme Datenkritische Perspektiven der Social Media Research

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Veröffentlicht Mär 19, 2017
Ramón Reichert

Abstract

Das Schlagwort „Big Data“ ist in aller Munde – und beschreibt nicht nur wissenschaftliche Datenpraktiken, sondern steht auch fu?r einen gesellschaftlichen Wandel und eine Medienkultur im Umbruch. Mit der Annahme, dass die digitalen Medien und Technologien nicht einfach nur neutrale Botschaften u?bertragen, sondern ein kulturelles Gedächtnis etablieren und eine soziale Wirkmächtigkeit entfalten, können sie als Selbstverständigungsdiskurse der Gesellschaft verstanden werden. Die dabei angewandten Forschungsmethoden, wie etwa die Text-, Sediment-, Netzwerk- und Bildanalysen basieren auf der Erkenntnis, dass sich das Social Web zur wichtigsten Datenquelle bei der Herstellung und Verwendung von Regierungs- und Kontrollwissen entwickelt hat. Die sich dabei verändernden Selbstverständnisse, wie auch die lokalen und globalen Erwartungen an Wissenschaftskulturen und Epistemologien bewirken, dass die der Big-Data-Research zugrundeliegenden fächeru?bergreifenden Praxisorientierungen eine nuancierte Genealogie, Datenkritik und Medienreflexion der datenintensiven Formen der Wissensproduktion erfordern. Eine medien-und kulturwissenschaftliche Reflexion der digitalen Großforschung distanziert sich von den normativen Diskursen des Daten- und Informationsmanagements, welche die Ansicht vertreten, dass die Entwicklung der spätmodernen Gesellschaften einerseits von der zunehmenden Verbreitung und alltäglichen Nutzung Sozialer Medien und andererseits von der Nutzung von Großdaten abhängig ist. Wenn wir vor diesem Hintergrund akzeptieren, dass Soziologen in den Konstruktionsprozess der Daten involviert sind und es von daher keine objektivierende Distanz zum Datenmaterial geben kann, dann kann auch im sich wechselseitig bedingenden Verhältnis gefragt werden, auf welche Weise Mediendispositive, technische Infrastrukturen und kulturelle Kontexte die digitale Wissensproduktion und ihre Wissensanspru?che formieren? Welche Medien und Wissenstechniken ermöglichen vor diesem Hintergrund die Modellierungen der Big Data und welche Narrative, Bilder und Fiktionen sind in diesem datenintensiven Konstruktionsprozess wissenschaftlichen Wissens  beteiligt? Ich gehe in meinem Beitrag aber auch von einer kulturalistischen These aus und versuche zu argumentieren, dass der Big Data-Ansatz nicht ausschließlich fu?r eine digitale Wende bei der Objektivierung kollektiver Praktiken steht, sondern selbst in historische Wissens-, Medien-, Bild-, und Erzählkulturen eingelagert ist.

Zitationsvorschlag

Reichert, Ramón. 2017. „Big Data Episteme: Datenkritische Perspektiven Der Social Media Research“. MedienJournal 38 (4):35-49. https://doi.org/10.24989/medienjournal.v38i4.87.
Abstract 146 | PDF Downloads 1

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