Patriotischer Journalismus in den USA

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Veröffentlicht Apr 25, 2017
Ingrid Lehmann

Abstract

Als George W. Bush am 3. November 2004 seine Siegesrede hielt, dankte er dem „Ar­chitekten" des Sieges, Karl Rove, für seine Leistung. Rove ist als „Kopf der politischen Leitzentrale Bushs" (Rüb, 2004) bei seinen politischen Gegnern in den USA verhasst, doch gebührt ihm wohl ein bedeutender Anteil an Bushs Wiederwahl, die in Europa vie­le überrascht und erschüttert hat. Roves Kampagne, die vor denunzierenden persön­lichen Angriffen auf John Kerry durch Kriegsveteranen, die seinen Vietnam-Helden­status anzweifelten (,,Swift-Boat" -Affäre), nicht zurückschreckte, hätte jedoch nicht er­folgreich sein können ohne bemerkenswerte Veränderungen der amerikanischen Me­dienlandschaft. Seit 200 l haben Beobachter auf beiden Seiten des Atlantik die unkriti­sche und eindimensionale Berichterstattung der amerikanischen Presse zu außen- und sicherheitspolitischen Themen seit den Terroranschlägen von 9/ 11 konstatiert. Paul Krugman zum Beispiel spricht vom „great trans-atlantic media divide" (Krugman, 2003), und macht eklatante Unterschiede in der Medienberichterstattung für den Bruch in der öffentlichen Meinung der westlichen Länder verantwortlich. Während eines Forschungsaufenthalts am Shorenstein-Center der Harvard Uni­versity in Boston im Frühjahr 2004 hatte ich die Möglichkeit, die Berichterstattung der Medien in den USA und Deutschland in den Monaten vor dem lrak-Krieg zu verglei­chen, was einigen Aufschluss über die unterschiedlichen Entwicklungen auf beiden Sei­ten des Atlantik gab, jedoch Krugmans These relativierte (vgl. Lehmann, 2004).

Zitationsvorschlag

Lehmann, Ingrid. 2017. „Patriotischer Journalismus in Den USA“. MedienJournal 29 (2):47-55. https://doi.org/10.24989/medienjournal.v29i2.333.
Abstract 150 | PDF Downloads 1

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